Über dieses Notizbuch
hallraum ist ein privates Notizbuch. Es entstand, weil ich beim Aufnehmen immer wieder dieselben Dinge vergessen habe: wie ich beim letzten Mal gemessen hatte, welcher Wert wo herauskam, warum ein Ort anders klang als erwartet. Irgendwann war es einfacher, es aufzuschreiben.
Wie es angefangen hat
Am Anfang stand kein akustisches Interesse, sondern ein praktisches Ärgernis. Ich hatte in einem Kellerraum Sprachaufnahmen gemacht, die unbrauchbar waren — nicht zu laut, nicht zu leise, nur merkwürdig verwaschen. Beim Versuch herauszufinden, woran das lag, bin ich über den Begriff Nachhallzeit gestolpert und darüber, dass man sie mit einfachen Mitteln messen kann.
Die erste eigene Messung war eine Enttäuschung im besten Sinne: Der Kellerraum hatte einen völlig unauffälligen Wert. Das Problem lag an einer einzigen harten, parallelen Wandfläche direkt neben dem Mikrofon — eine frühe Reflexion, die den Klang ruiniert, ohne den Mittelwert zu verändern. Seitdem misstraue ich Einzelzahlen, auch meinen eigenen.
Was hier passiert
- Orte aufnehmen, die niemand für akustisch interessant hält.
- Messen, was sich messen lässt, und dazuschreiben, unter welchen Bedingungen.
- Die Messung mit dem Höreindruck vergleichen — besonders dann, wenn beide auseinandergehen.
- Notieren, wenn ich mich geirrt habe. Das ist meistens der lehrreichste Teil.
Was hier nicht passiert
- Keine Musik. Es gibt hier keine Kompositionen und keine Soundtracks. Wer Field-Recording als musikalisches Material sucht, ist woanders besser aufgehoben.
- Kein Gutachten. Die Werte hier entstehen ohne kalibrierte Messkette und ohne ISO-3382-konformes Protokoll. Sie taugen zum Vergleichen und zum Staunen, nicht als Grundlage für eine Planung oder einen Rechtsstreit.
- Keine Kaufberatung. Auf der Technik-Seite steht, womit ich arbeite. Das ist eine Beschreibung, keine Empfehlung.
- Keine Werbung, kein Tracking, kein Newsletter. Das Notizbuch verdient kein Geld und will keine Reichweite.
Zur Genauigkeit
Ich halte mich an eine einfache Regel: Was ich nicht aus der Rohdatei nachrechnen kann, kommt nicht auf die Seite. Das klingt selbstverständlich, führt aber dazu, dass etwa ein halbes Jahr an frühen Aufnahmen bis heute unveröffentlicht ist — ich kann die damaligen Messbedingungen nicht mehr sauber rekonstruieren.
Lieber eine Lücke im Notizbuch als eine Zahl, hinter der nichts steht.
Korrekturen
Wenn Ihnen ein Fehler auffällt — ein Rechenfehler, eine falsch benannte Größe, ein Trugschluss — schreiben Sie mir bitte. Korrekturen an veröffentlichten Notizen kennzeichne ich am Ende der jeweiligen Notiz mit Datum, statt den ursprünglichen Text stillschweigend zu ändern. Die Kontaktseite nennt die Adresse.